Das Todesfasten hat die Welle der Revolution im Bewußtsein der Menschen gestärkt

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Es gibt Momente in der Geschichte, in denen man die Ereignisse von 20 Jahren auf 2 Tage zusammenfassen kann. Wenn wir die Ereignisse der Geschichte betrachten haben sie alle eine Vorgeschichte. Aber in bestimmten Phasen kommen sie richtig zum Vorschein.

Das Todesfasten 1996 ist eines dieser Ereignisse. Es ist nicht ein plötzlich aufgetretenes Ereignis. Dieser große Widerstand basiert auf den vielen Jahren, die das Bewußtsein der Menschen geprägt haben, in denen die organisierten Bedingungen dafür beschaffen wurden, die KämpferInnen darauf vorbereitet wurden und die richtige Politik auf die Tagesordnung gebracht wurde. In diesen Jahren steckt: Der Widerstand in den Kerkern der Militärjunta, der Menschenleben gekostet hat, der Guerillakrieg mit Tausenden Toten, die Gesellschaft der 90er Jahre, die Jahr des Aufschwungs der Revolutionären Bewegung, die das ganze Land erschütterte, die Aktivitäten der politischen Gefangenen, die zu Freiheit führten und die Heldentaten der RevolutionärInnen, die aus ihren Stützpunkten heraus ihre Legitimation und Entschlossenheit erkämpft haben.

Außerdem wurde ideologisch und praktische den Herrschenden der Welt den Krieg erklärt, der Widerstand in Gazi und der 1. Mai 1996 sind Beispiele dafür. Es ist nicht möglich, diesen großen Widerstand zu verstehen und zu erklären ohne den geschichtlichen Hintergrund zu betrachten. Der kleinbürgerliche Reformismus konnte weder den Anfang noch das Ende des Todesfastens begreifen. sie bezeichneten diese Geschichte nur als ” Duell und als Abenteuer”. Aber auch sie befinden sich wie alle anderen unter dem großen Einfluß des Todesfastens.

Allerdings ist es zweifelhaft, ob sie das Todesfasten jemals begreifen werden. Das Todesfasten ist eine Aktionsform, die mit ihrem politischen Charakter und ihren Auswirkungen eine Besonderheit der Türkei ist. Seit den 80ern hat die Linke in der Türkei eine Linie verfolgt die auf der Welt eine Seltenheit darstellt. Sie ist eine Herausforderung und ein Sieg über den Tod. Die Herausforderung beinhaltet eine starke Überzeugung von Revolution und Sozialismus. Diese Tradition in der Türkei forderte sehr viele Opfer. Die revolutionäre Bewegung von Devrimci Sol zur DHKP-C hat die meisten Gefallenen in diesem Kampf gegeben. Die Basis dazu wurde durch die besondere Arbeitsweise in den vielen Jahren mit der Tradition der Hartnäckigkeit und Entschlossenheit geschaffen. Die Phase anfangs der 90’er Jahre, der Krieg der Oligarchie gegen das Volk und die RevolutionärInnen, spielt hier eine bestimmende Rolle. Es war eine Phase, in der der Sozialismus und die Nationalen Befreiungsbewegungen weltweit eine Niederlage erlitten haben, doch das der revolutionäre Kampfes und der ideologische Widerstand hatten die Türkei in eine besondere Lage gebracht. Auch viele linke Bewegungen in der Türkei litten unter dieser Niederlage Die Oligarchie in der Türkei mußte sich öfters die Frage stellen, warum einige linke Bewegungen den Kampf ausdehnen konnten, während viele andere linke Organisationen von der Niederlage betroffen waren. Der Widerstand der VolksbefreiungskämpferInnen versetzte die Herrschenden ins Erstaunen. Während der Imperialismus weltweit die Völker angriff, gab es in der Türkei Revolutionäre, die den Mut hatten gegen den Imperialismus zu kämpfen. Dieser entschlossene Widerstand ist ein Ergebnis eines langen, hartnäckigen Kampfes. Während auf der Welt der Sozialismus für “nicht funktionsfähig” erklärt wurde, haben wir “Es lebe der Sozialismus” gerufen. In unseren Stützpunkten haben wir die Fahne des Sozialismus mit Hammer und Sichel hochgehalten. Wir haben den Marxismus-Leninismus vertreten, während die bürgerlichen und kleinbürgerlichen Intellektuellen, gelenkt vom Imperialismus, die sozialistische Ideologie für tot erklärten.

Gegen die Degeneration haben wir die Gerechtigkeit, die sozialistische Moral, Ehre und Treue hochgehalten. Ohne das alles konnten das Proletariat und der Sozialismus nicht vertreten werden. Man konnte ohne dies alles keinE KommunistIn keine Hoffnung des Volkes werden. Mit dieser Ethik und Moral reichte sogar ein Schritt aus, um KommunistIn zu werden. Innerhalb der Linken der Türkei herrscht eine Ablehnung, die verdeckter Trotzkismus war. Sie verfielen in oberflächlichen Materialismus. Sie lehnten die Moral ab, jede Art von Verpflichtung, die Gefühle, die Heimat die Nation und schon beinahe den Begriff “Gefallene”. Dies führte zum Bruch mit dem Volk.

Wenn wir diese Phase aus dem Blickwinkel der Gefängnissen betrachten, entwickelte sie sich zu einer Geschichte, die sich vom Todesfasten im Jahre 1984, über unzählige Widerstände und Befreiungsaktionen, bis hin zu den Buca- und Ümraniye-Barrikaden erstreckt. Auch wenn man sich im Gefängnis befindet, wurde die Verbindung zum Kampf des Volkes und das Anstreben der Revolution nicht abgebrochen. Die Kerker wurden in Schulen der Revolution umgewandelt, die kleinbürgerlichen, reformistischen und systemtreuen Theorien über die Kerker wurden widerlegt. Der Begriff “Freie Gefangene” wurde durch die Gefallenen definiert. Der Sieg im Todesfasten ist ideologisch. Das Todesfasten hat die vom Volk an die Revolutionäre übergebenen Werte und Traditionen bereichert an das Volk zurückgegeben.

Hier stellen sich die Fragen: Mit oder ohne Moral? Wo bleibt die Gerechtigkeit? Was ist die Treue zur Heimat und zum Volk? Was ist der Glaube an die Revolution und an den Sozialismus? All diese Fragen lassen sich im Todesfasten-Kampf beantworten. Der Kampf wird sich hiernach formen. Das ist die Revolution. Das sind auch die Forderungen des Volkes. Diese Willenskraft wird die Revolution durchführen. Die neue Gesellschaft wird mit dieser neuen Moral und Persönlichkeit entstehen.

Wir haben diese Werte , die in Vergessenheit geraten sollten, mit Hartnäckigkeit bewußt in den Vordergrund gestellt. Jetzt werden sie wieder übernommen. Dies ist ein ideologischer Einfluß und eine ideologische Führung. Dies freut uns sehr, weil diese Übertragung uns zur Revolution führen wird. Bei dieser Übernahme sehen wir eine Verstärkung der Revolution und revolutionären Bewegung. Menschen, die der Feststellung, daß die Türkei sich kurz vor einer Revolution befindet, keine Beachtung schenken werden sehen, daß diese Feststellung richtig ist. Es ist keine theoretische Diskussion. Aber die Revolutionswelle ist nichts weiter als diese Tatsachen. Die Welle der Revolution hat das Bewußtsein der Menschen erreicht. Nur so kann der Tod der Menschen erklärt werden. Das ist die Erklärung für die Verbreitung der Heldenhaftigkeit. Dies ist eine Welle, die die Kraft des Feindes besiegt und auf die Straßen getragen wird.

Fast alle Fraktionen der Linken in der Türkei stellen eine politische und wirtschaftliche Krise fest. Sie sprechen von Armut und Gewalt. Aber ein großer Teil von ihnen übersieht die Auswirkungen von Armut und Gewalt auf die Bevölkerung, da sie vom Volk entfremdet worden sind. Sie sehen ganz oft die wachsende Unzufriedenheit und Wut nicht weil sie sich vor deren Auswirkungen fürchten. Diese linken Kreise haben seit Jahrhunderten eine pessimistische Linie verfolgt. Sie sagen, daß die Bevölkerung noch rückständig ist und daß das Volk für eine Revolution nicht bereit wäre. Sie denken, daß es nicht möglich ist, mit dem Volk eine Revolution durchzuführen. Da sie die revolutionäre Dynamik in der Türkei nicht wahrnehmen, glauben sie auch nicht, daß Menschen für ihre Überzeugung sterben können. Sie können nicht begreifen, daß sie die revolutionäre Tagesordnung bestimmen können. Eine Erschütterung wie das Todesfasten und die Tiefe seiner Auswirkungen können sie nicht erfassen. Genauso wenig begreifen linken Kreise den 1. Mai oder Gazi.

Sie sehen den entschlossenen Marsch des Volkes zum Tod nicht, sie wollen ihn nicht sehen. Sie versuchen alles mit “Vorstadt- und Jugend”-Theorien zu erklären. Unter dieser Voraussetzung können sie nur Sensibilität zeigen oder Vorschläge bringen, indem sie sagen: “Es sollen bloß keine Menschen sterben, das Todesfasten soll beendet werden.” Gleichgültig wie diese Kreise sich nennen, ihre Politik bleibt im Rahmen des bürgerlichen Humanismus. Damit beschützen sie das bestehende Regime.

Es ist kein Zufall, daß man aus dem Munde dieser Kreise nur hört, daß das Todesfasten beendet werden soll. Sie haben oft Aufrufe gemacht, in denen die AdressatInnen nicht deutlich zu erkennen waren. Es ist zwar richtig, daß niemand sterben soll, aber warum sterben Menschen, wer sind die Gestorbenen, wer ist für diese Todesfälle verantwortlich? Was wollen die Menschen sagen, indem sie sterben? Was hätten wir machen sollen, wenn wir nicht sterben und nicht kämpfen sollen? Sagen wir: Wir kämpfen nicht, wir leisten keinen radikalen Widerstand, wir ziehen uns sogar zurück. Was wollt ihr tun? Wie würdet ihr was machen? Wenn Menschen nicht kämpfen und nicht sterben würden, würdet ihr heute gar nichts machen. Mit eurem jetzigen Zustand wird euch die Oligarchie nicht brauchen, sie wird euch nicht einmal eure Parteigebäude und Vereine lassen.

In dem Bewußtsein der Menschen wogt eine Revolutionswelle. Das ist die Tatsache die das Todesfasten deutlich gemacht hat. Das ist die Überzeugung von der Revolution. Die Aufgabe der revolutionären Bewegungen besteht heute darin, dies zum Vorschein zu bringen. Wir schreiben Geschichte. In dieser Geschichte gibt es Gefallene, trotz der Gefallenen gibt es einen Kampf der unaufhaltsam ist und mit jedem und jeder Gefallenen wächst.

In den Massenwiderständen und von der Guerilla ist eine Tradition geschaffen worden. Die Massen können aus dem Ablauf einer Aktion erkennen, daß sie von den KämpferInnen der Partei-Front getragen wurde. die KämpferInnen der Partei-Front halten die Fahne des Sozialismus hoch und erweitern den Kampf, während die ganze Welt sich vom Sozialismus entfernt. Während weltweit die Zahl der Organisationen, die vom Sozialismus reden zurückgeht, nimmt die Zahl der Organisationen in der Türkei zu. Die RevolutionärInnen und das Volk vergießen ihr Blut dafür. Alle, die sich Revolution wünschen, die das Volk organisieren und die Revolution leiten wollen, werden sich diese Geschichte wünschen.

Auch Yunus Argüc, der von EP (Partei der Arbeit) den Auftrag bekam, das Todesfasten anzugreifen, fürchtet sich von dieser Geschichte. Es gibt Blut mit dem nicht zu spielen ist. Trotz der hinterlistigen Liquidierungsversuche konnten auch Mahir, Deniz und Ibo aus der Geschichte nicht ausradiert werden. Aus diesem Grund ist unsere Geschichte nicht wegzuradieren. Deswegen können uns weder die Zensur der Oligarchie, noch die Mauern der Kerker einsperren. Viele linke Gruppen werden in letzter Zeit als Nachahmerinnen kritisiert. Es wird ihnen vorgeworfen, die DHKP-C nachzuahmen. Als bloße Kritik ist dies nicht ernst zu nehmen. Wichtig ist was wird nachgeahmt. Etwas gutes? Ist es etwas negatives oder positives? Wenn eine revolutionäre Tradition und revolutionäre Linie übernommen wird, wo liegt das Problem? Natürlich kann sich niemand durch Nachahmung weiterentwickeln. Eine Nachahmung, die auf Konkurrenzverhalten beruht, kann sich auch nicht weiterentwickeln. Niemand sollte Komplexe haben, wenn er die positive Tradition übernimmt und weiterträgt, unabhängig welche Bewegung oder Organisation diese geschaffen hat. Diejenigen, die die anderen kritisieren und beschuldigen, sollen erklären, welche Besonderheiten sie entwickelt haben. Einige übersehen absichtlich die positive Entwicklung und versuchen, die entstandenen Bündnisse auseinanderzureißen. Diese Gruppen müssen wissen, daß diese Methode sie eher abschwächt als sie zu verstärken.

Die revolutionäre Bewegung der Türkei hat einen Charakter, der seit 30 Jahren mit Überzeugung und Entschlossenheit kämpft.

Diese Geschichte hat viele Phasen überwunden. Sie hat versucht, trotz der ideologischen Umzingelungen und physischen Niederlagen, ihren Weg zu finden. Unser Revolution ist sehr stark und lehrreich. Die Linken versuchen heute, eine neue Identität zu finden. Sie befinden sich in einem ideologischen Chaos, da sie die Kontinuität nicht festigen können und weil in ihrer ideologischen Geschichte, Kultur und Tradition Lücken bestehen.

Diese Kraft finden sie in der Ideologie und Tradition der revolutionären Bewegung. Mit denjenigen, die das Todesfasten früher (1984) als “Selbstmord” und “Mord bezeichneten, gehen wir heute zusammen zum Tod. Dies ist für uns eine Ehre. Es ist ein großer Schritt für die Linken, der zu ihrer wahren Identität führen wird. Sie haben den Schritt gemacht, der die Dogmen bricht, weil die Aktion selber kein Dogma ist.

Im Marxismus selber gibt es kein Todesfasten. Bisher wurde behauptet, daß der Hungerstreik eine passive Form vom Widerstand ist. Was ist passiv und was ist aktiv? Diese Aktion hatte viel mehr politische Auswirkungen als zahlreiche bewaffnete und andere aktive Aktionen. Sie hat gegen den Feind eine Angriffsfunktion erfüllt.

Der Krieg und der Widerstand erzwingt tatsächlich die Grenzen der Theorie. Es gibt eine Tatsache, die keine Diskussion benötigt: Diejenigen, die sich ins Todesfasten begaben, sind ein dynamischer Teil der Revolution in der Türkei. Organisationen, die den bewaffneten Kampf vertreten, führen sie seit Jahren hartnäckig weiter. Einige befürworten den bewaffneten Kampf zwar nicht, aber sie wehren sich gegen die Legalisierung. Sie organisieren sich weiterhin illegal gegen den Faschismus. Ihnen ist es bewußt, daß die Revolution aus diesem Stützpunkt aus erreicht werden kann. Sie sind nicht zufällig beim Todesfasten zusammengekommen. Dieser Effekt war beim Todesfasten zu sehen.

Das Todesfasten ist ein errungener Sieg. Wir müssen den Sieg des Todesfastens gegen die Bourgeoisie, gegen die islamische Ideologie, gegen Reformismus und gegen das bestehende System aus der ideologischen Sicht vertreten. Wir müssen diesen Sieg unermüdlich zur Organisierung und Mobilisierung der Massen zum Kampf umwandeln. Aber dabei dürfen wir die Weiterentwicklung unserer eigenen Basis nicht vernachlässigen. Die Freude über den Sieg darf uns nicht berauschen, sie darf unserem Aktionsbündnis nicht schaden. Wie sind wir zu diesem Sieg gekommen? Das müssen wir uns immer fragen. Welche Periode haben wir überwunden? Welche Erfahrungen haben uns zu diesem Sieg gebracht? Was haben wir in den Jahren der Erfahrungen vertreten und durchgeführt. Nach unserer Auffassung müßte eine Auswertung dieser Phase von allen revolutionären Bewegungen an die Tagesordnung gebracht werden. Die Entwicklung des Todesfastens ist ein Stufe zur Ausweitung des Kampfes. Ohne eine ausreichende Auswertung ist es nicht möglich die Aktionsbündnisse zu erweitern. Ohne dies kann der Kampf nicht erweitert werden. Die Beispiele dafür haben wir öfters erlebt.

Das Todesfasten ’96 ist die Kraft der Linken in der Türkei aber darüber hinaus ist sie die Kraft der Revolution in der Türkei. Sie ist nicht schwach wie behauptet wird, sie ist vielmehr der offene Beweis dafür, daß die Revolution in der Türkei nicht fern ist. Nach Gazi und dem 1.Mai ’96 hat sich die Kraft der revolutionären Bewegung in einer anderen Form und an einem anderen Ort, wieder gezeigt. Sie ist eine Entwicklung auf gleicher Basis. Die Linke in der Türkei wird auf dieser Basis zu Revolution marschieren. Aus diesem Grund muß der Charakter dieser Linie richtig aufgefaßt und bewertet werden. Auf dieser Linie befindet sich das Bündnis und die Kraft der Linken Revolutionären in der Türkei. Hier findet der gemeinsame Kampf statt. Diese Linie beinhaltet die Entschlossenheit gemeinsam den Tod zu besiegen. Auf dieser Linie geht man von der Verteidigung zur Offensive gegen die Oligarchie über. Auf dieser Linie befindet sich weiterhin die Legitimität sich der Bourgeoisie zu stellen und die Massen zu mobilisieren. Diese Linie hat durch den Kampf des Volkes, durch den unermüdlichen Widerstand der geleistet wurde, die Passivität überwunden und Kraft für die Revolution gegeben.

Natürlich werden die Diskussionen über Strategien und Taktiken nicht aufhören. Gleichgültig welche Strategien vertreten werden, für diejenigen, die die Absicht haben, den Kampf des Volkes auszuweiten und die die Volksmacht errichten wollen ist sicher, daß sie auf dieser Linie marschieren müssen. Andere Wege führen zum System.

Die Linke in der Türkei hat durch das Todesfasten eine große Tradition geerbt. Dadurch hat sie die Verbindung zwischen den revolutionären Kräften um dem Volk gestärkt. Diese Aktion hat den Massen deutlich gemacht, daß sie die Alternative für das bestehende System sind. Es ist eine wichtige und richtige Feststellung. Wir müssen diese Feststellung mit folgendem erweitern: Die Linke in der Türkei trägt durch den großen errungenen Sieg eine noch größere Verantwortung. Sie darf nicht in dieser Verantwortung versinken, muß die politischen Auswirkungen des Todesfastens zur Organisierung der Massen, zur Erweiterung des Kampfes nützen, um politische und praktische Erfolge zu erzielen. In dieser großen Verantwortung nicht zu versinken bedeutet, den Sieg sinngemäß aufzufassen. Die Revolutionäre Volksbefreiungs Partei-Front, samt ihrer KämpferInnen in- und außerhalb der Gefängnissen, trägt mit ihren hunderten von Gefallenen innerhalb von 10 Jahren, die Tradition von Widerstand und Krieg, den sie ’84 geführt haben und seit 1990 in ihrem Kampf zum Symbol gemacht haben. Sie tragen diese Tradition mit ihrem legitimen Kampf und mit der Perspektive, die Errichtung der revolutionären Volksmacht, als “Freie Gefangene” in den Kerkern. Die Kämpfer haben eine Tradition geschaffen: Anstatt sich selber zu ergeben, diese Forderung dem Feind zu stellen. Diese Tradition ist durch die ideologische Überlegenheit geschaffen worden.

Sie werden auch dafür die Würde tragen, das Todesfasten ´96 mitorganisiert und verwirklicht zu haben.

Es ist eine große Stärke diese Tradition zu tragen. Es ist ein Sieg und eine Würde, diese Geschichte mit einem heldenhaften Widerstand zum Höhepunkt zu tragen.

Aber die Revolution ermöglicht und verlangt, höhere Gipfel zu erreichen. Die DHKP-C ist sich dieser Verantwortung bewußt, deshalb sehen wir den Widerstand nicht als beendet, und machen es uns zur Aufgabe, den Widerstand überall fortzusetzen und an jedem Ort auszuweiten.

Unsere Revolution wird sich ausdehnen

Die Entwicklung von Gazi, über den 1. Mai 1996, bis hin zum Todesfasten kann nicht mehr aufgehalten werden. Unsere Geschichte und unsere Gefallenen werden es nicht zulassen. Wir wollen die Revolution. Wir werden auf diesem heldenhaften Weg weitermarschieren.


Ubersetz aus KURTULUS